2003 verhindert die „Retter-Kampagne“ das Aus

Am Ende der Zweitligasaison 2002/03 war St. Pauli abgestiegen. Zur sportlichen Talfahrt gesellten sich Schulden in Millionenhöhe. Der drohende Lizenzentzug konnte durch die „Retter-Kampagne“ – eine bundesweit Aufsehen erregende Spendenaktion - gerade noch   abgewendet werden. Gemeinsam gelang es Anhängern und Verein unter anderem durch den Verkauf von 140.000 „Retter-" T-Shirts und einem „Retter-Spiel“ gegen den "Klassenfeind" FC Bayern, mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Beim Retter-Spiel spazierte Bayern-Manager Uli Hoeneß, bis dahin noch der "Lieblingsfeind" der St.-Pauli-Fans, im "Retter-Shirt" durchs Millerntorstadion und wurde dafür euphorisch gefeiert.

Unter Präsident Littmann saniert sich der Verein

Corny Littmann war von 2002 bis 2010 Präsident des FC St. Pauli und hatte bereits an der „Retter-Kampagne“ maßgeblichen Anteil. Der Schauspieler, Theater-Betreiber und Vorkämpfer für die Rechte der Homosexuellen sanierte den Verein Schritt für Schritt, erst finanziell, später auch sportlich. Heute ist der Klub gut aufgestellt und kann sich sogar ein neues Stadion leisten: Bereits 2008 wurde die neue Südtribüne offiziell eingeweiht, bis 2014 sollen alle Tribünen durch neue ersetzt werden. Dann wird das Stadion 27.000 Zuschauern Platz

 

  St. Pauli-Rettung in Rot: Im August 2003 brauchte der FC St. Pauli nach zwei Abstiegen in Folge jeden Cent, um die Insolvenz zu vermeiden. Aus diesem Anlass organisierte Sicherheits-Chef Sven Brux ein Open-Air-Festival im Millerntor-Stadion, bei dem u.a Bands wie The Bates oder Slime (unter dem Namen "Rubberslime") auftraten. Krönender Abschluss eines unvergesslichen Konzertabends war das kontrollierte Abbrennen bengalischer Lichter auf der Haupttribüne - was sonst im Stadion streng verboten ist. Diese Aufnahme entstand aus der TV-Kabine auf dem Dach der Gegengerade.
 

"Saufen für St. Pauli": Nach dem zweiten Abstieg in Folge sorgte der damalige St.-Pauli-Sponsor, eine Hamburger Brauerei, nicht nur für erfrischende Kaltgetränke rund um das Retterfestival. Gemeinsam mit den Kneipen auf dem Kiez rief die Brauerei das Motto "Saufen für den FC St. Pauli" aus. An einem Wochenende gingen 50 Cent pro auf dem Kiez getrunkenen "Astra"-Bier an den FC St. Pauli. Ein Bordell auf dem Kiez kopierte die Aktion, das Motto wurde dazu leicht abgewandelt...

  Pauli live on stage: Noch ist alles friedlich - das "Retterfestival" am 30. August 2003 war das Finale einer beispiellosen und teilweise peinlichen Retteraktion, an deren Ende dem FC St. Pauli immerhin die Insolvenz erspart blieb.
  Sven Brux beim Retterfestival: St. Paulis Sicherheits-Chef Sven Brux sang am 30. August 2003 anlässlich des Retterfestivals für den FC St. Pauli am Hamburger Millerntor den But-Alive-Song "Sie war, sie ist, sie bleibt" in der Fußball-Variante.
 

St. Pauli - Wo unsere Fahne weht...: Ein seltenes Bild, auf das die Fans des FC St. Pauli lange gewartet haben. Am 19. April 2002 trugen die Braun-Weißen ihr "Heimspiel" in der Bundesliga aus Sicherheitsgründen beim HSV aus. Da der FC die AOL-Arena mieten musste, wurden sämtliche HSV-Devoationalien durch St. Pauli-Accessoires ersetzt. Hier weht die Totenkopffahne über dem VIP-Parkplatz.

  Rasenpaten-Pack des FC St. Pauli: Im Juli 2004 initiieren der FC St. Pauli und sein Hauptsponsor die Aktion "St. Pauli sucht Rasenpaten" für den Aufstieg in die 2. Liga. Bundesweit konnten Fans, Freunde und Sympathisanten, die Mitverantwortung für den Verein auf dem Weg zurück in den Profifußball übernehmen wollten, für 35 Euro eine Saison lang die Patenschaft für 0,083 Quadratmeter Fußballrasen des Millerntor-Stadions übernehmen.
   

 

Freitag, 10. Oktober 2003
FC St. Pauli - Borussia Dortmund II

34. David Odonkor 1-0

55. Festus Agu 1-1

Zuschauer: 17.369 ( ! )

  12 OKTOBER 2003            
   7. Werder Bremen II 11   5

  4

  2  19   15-11
   8. Rot Weiss Essen 11   5

  2

  4  17   21-15
   9. FC St. Pauli 10   4

  4

  2  16   18-11
 10. FC Schalke 04 II 10   5

  1

  4  16  21-17
 11. KFC Uerdingen 05 11   4

  3

  4  15   19-18